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Das ursprünglich angedachte Projekt der Landesstelle Mädchenarbeit vor der Erstellung von CD und Homepage war die Durchführung einer Berufsorientierungsbörse für Mädchen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen in Sachsen-Anhalt. Aus verschiedenen Gründen mussten wir uns jedoch für das Nichtstattfinden der Börse entscheiden.

Wir hatten die im Oktober 2003 in Magdeburg veranstaltete „Perspektiven“-Berufsmesse genutzt, um vor Ort mit AusstellerInnen in Kontakt zu treten. Die Resonanz war nach unserer ersten Einschätzung enorm. Viele zeigten sich von Anfang an sehr interessiert und gaben uns die Zusage, über die Teilnahme an der von uns geplanten Börse nachzudenken. Hochmotiviert setzten wir uns später noch einmal mit den bereits angesprochenen Einrichtungen und Unternehmen in Verbindung. Die ersten Zusagen seitens entsprechender Bildungsträger kamen und unser Eindruck verstärkte sich, dass anscheinend doch ein großes Spektrum an Ausbildungsmöglichkeiten für Mädchen mit Behinderungen existiert. Aber im Laufe der Zeit wurde ersichtlich, dass vor allem Unternehmen sich schwer taten, einen Bezug zu unserer Zielgruppe herzustellen. Plötzlich änderte sich unser Eindruck und wir fragten uns: Warum schrecken so viele Betriebe zurück, wenn sie mit dem Thema „Behinderung und Ausbildung“ konfrontiert werden? Warum haben viele noch nicht darüber nachgedacht, eine/n Behinderte/n einzustellen?

Wir stellten fest, dass seitens der Unternehmen Aufklärungsbedarf besteht, welche Vorteile die Einstellung eines/ einer Jugendlichen mit Behinderungen mit sich bringt, welche Unterstützungs- und Fördermöglichkeiten zur Verfügung stehen, etc. Bei unserer Recherche schien es fast unmöglich, Betriebe herauszufinden, die bereits Jugendliche mit Behinderungen ausbilden. Auch Anfragen bei Ämtern, Gewerkschaften und Kammern brachten nicht den gewünschten Erfolg. So lässt dies für uns die Schlussfolgerung zu, dass das Thema Behinderung nicht ausreichend in der Wirtschaft bzw. in der Öffentlichkeit im Allgemeinen thematisiert wird und hier Nachholbedarf besteht!

Darum appellieren wir an Sie als ...

ArbeitgeberInnen

...Ihre Möglichkeiten zur Einstellung von Auszubildenden mit Behinderung oder Beeinträchtigung zu prüfen und durch eine positive Entscheidung einen Beitrag zur chancengerechten Gestaltung des Ausbildungsmarktes zu leisten.

Eltern

...die beruflichen Wünsche Ihrer Tochter ernst zu nehmen, sie aktiv bei der Berufswahl zu unterstützen. Nutzen Sie verfügbare Medien (z. B. Internetseiten, CDs, Broschüren) und Projekte (z. B. Berufsmessen, Aktionstage, den Girls’ Day), um Anregungen für die Zukunftsplanung Ihres Kindes zu erhalten. Von der ArbeitgeberInnenseite wurde uns gegenüber der Wunsch geäußert, dass Jugendliche mit Behinderungen bei auftretenden Problemen während der Ausbildung diese auch offen ansprechen. Dies hilft einen Ausbildungsabbruch wegen Überforderung zu vermeiden. 

Fachpublikum

...bei der Organisation und Durchführung von Veranstaltungen und Projekten in der Jugendberufshilfe die Einbeziehung und Teilnahme von Mädchen mit Behinderungen bzw. Beeinträchtigungen mitzudenken. So müsste zum Beispiel die Präsenz des Themas „Ausbildung und Behinderung“ auf bereits bestehenden Berufsmessen untersucht und nötigenfalls in deren Konzepte integriert werden.

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