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LSVD Sachsen-Anhalt: Keine Rehabilitation für Homoheiler und Leo e.V.

Magdeburg. Die im Jahr 2014 bekannt gewordenen Homo-Heilungsseminaren des Bennungen Vereins Leo e.V. um Pfarrer Bernhard Ritter riefen große Proteste, eine Landtagsdebatte und Verurteilungen von Politik und Gesellschaft hervor. Der Paritätische Landesverband Sachsen-Anhalt hob die Mitgliedschaft in dessen Wohlfahrtsverband auf und der Landkreis Mansfeld-Südharz entzog dem Verein die Anerkennung als Freien Träger der Kinder und Jugendhilfe. Nach einer Klage und Gerichtsverfahren ist Leo e.V. heute wieder als Freier Träger der Kinder- und Jugendhilfe anerkannt, weil nicht nachgewiesen werden konnte, was in den Seminaren tatsächlich passierte. Konkrete Beweise durch neue Recherchen und veröffentlichte Seminarunterlagen Neue Recherchen des Journalisten Silvio Duwe bringen aber konkrete Beweise zu Tage, woraus hervorgeht, dass Leo e.V. und Bernhard Ritter keinerlei Einsicht und Schlüsse aus der Debatte von 2014 gezogen haben. Die Seminare zur Heilung von Homosexuellen gehen weiter. Veröffentlichte Seminarunterlagen aus einem noch bis zum 21.04. stattfindenden Seminar belegen jetzt klar, dass Homosexualität als 'Störung' eingestuft wird. Nach Bernhard Ritter sei Homosexualität eine Folge von Selbstmitleid und Minderwertigkeitskomplexen. Der Lesben- und Schwulenverband Sachsen-Anhalt sieht die weitere Arbeit des Vereins Leo e.V. als äußerst gefährlich und inakzeptabel an und stellt folgende Forderungen: LSVD-Forderungen an die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM): - Klare öffentliche Distanzierung von den Praktiken des Leo e.V. und der Arbeit von Pfarrer i.R. Bernhard Ritter im Zusammenhang mit den Seminarangeboten zu „innerseelischen Störungen“ durch den Landeskirchenrat der EKM - Aberkennung der Ordination als Pfarrer i.R.* im Rahmen eines Disziplinarverfahrens gemäß Pfarrergesetz – PfG der VELKD *Pfarrer im Ruhestand unterstehen weiter der Lehrverpflichtung und der Amtspflicht (§§ 66 bis 68 Pfarrergesetz - PfG) und damit der Lehraufsicht und der Disziplinargewalt. LSVD-Forderungen an die Kommunalpolitik im Landkreis Mansfeld-Südharz: - Erneute Aberkennung als Freier Träger der Kinder- und Jugendhilfe aufgrund konkret vorliegender Seminarunterlagen, die die Untauglichkeit untermauern - Keine weitere Vergabe öffentlicher Aufträge durch den Landkreis und der Gemeinde Südharz an den Verein Leo e.V. - Klare öffentliche Distanzierung von den konkreten Praktiken des Leo e.V. und der Arbeit des Vereinsvorsitzenden Bernhard Ritter im Zusammenhang mit den Seminarangeboten zu „innerseelischen Störungen“ durch die Landrätin des Landkreises Mansfeld-Südharz, Dr. Angelika Klein sowie durch die Kommunalpolitiker*innen des Landkreises und der Gemeinde Südharz LSVD-Forderungen an Justiz- und Gleichstellungsministerin Annemarie Keding - Klare öffentliche Distanzierung von den konkreten Praktiken des Leo e.V. und der Arbeit des Vereinsvorsitzenden Bernhard Ritter im Zusammenhang mit den Seminarangeboten zu „innerseelischen Störungen“ durch Justiz- und Gleichstellungsministerin Annemarie Keding, die für die Umsetzung des Landesprogramms gegen Homo- und Transphobie zuständig ist LSVD-Forderungen an die Fraktionen im Landtag von Sachsen-Anhalt - Klare öffentliche Distanzierung von den konkreten Praktiken des Leo e.V. und der Arbeit des Vereinsvorsitzenden Bernhard Ritter im Zusammenhang mit den Seminarangeboten zu „innerseelischen Störungen“ - Ausschussbefassung zum Thema: Entzug Gemeinnützigkeit | Keine öffentlichen Mittel | Ende der Kinder- und Jugendarbeit o Prüfung inwiefern es rechtliche Möglichkeiten zum Entzug der Gemeinnützigkeit des Leo e.V. gibt o Prüfung inwiefern der Landkreis Mansfeld Südharz unterstützt werden kann, um die Aberkennung des Vereins Leo e.V. als Freier Träger der Kinder- und Jugendhilfe rechtssicher umgesetzt werden kann o Erweiterung von Fördermittelkriterien, wonach Organisationen wie Leo e.V., die eindeutig gegen das Verbot der Diskriminierung aufgrund der sexuellen Identität (Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verstoßen oder dem AMG zuwiderhandeln, keine öffentlichen Mittel mehr erhalten Der LSVD Sachsen-Anhalt stellt klar: Für Homophobie darf es keine Förderung geben. Anbieter solcher Therapieangebote finanzieren sich überwiegend durch Spenden. Die Gemeinnützigkeit ist somit Existenzgrundlage. Träger wie Leo sind aber nicht gemeinnützig, sondern gefährlich. Die staatlichen Stellen müssen in diesen Fällen die Gemeinnützigkeit aberkennen. Für Homophobie darf es keine Förderung geben. Hintergrund: Martin Pfarr, langjähriges Landes- und Bundesvorstandsmitglied des LSVD kommentierte 2014: „Der Verein Leo wurde von Bernhard Ritter gegründet, ehemaliger CDU-Landtagsabgeordneter und schon damals mit religiös-verbrämter Homophobie aufgefallen. Wir vom LSVD Sachsen-Anhalt protestierten lautstark. Therapieangebote sind gefährlicher Unsinn und verunsichern insbesondere lesbische und schwule Jugendliche. Diese benötigen vielmehr Anerkennung und persönliche Unterstützung. Es ist die Pflicht der Landesregierung für ein diskriminierungsfreies Umfeld zu sorgen. Die Denunzierung von Homosexualität als psychische Krankheit oder sündhaftes Laster ist alles andere als hilfreich.“ [Pressemitteilung des LSVD Sachsen-Anhalt vom 20. April 2018]
Nachricht vom 2018-04-20
Nachlese zur Bundesweiten Fachtagung am 10. April 2018

Mit der Bundesweiten Fachtagung "...na, schon aufgeklärt Sexuapädagogik als vielfältiges Thema in der Mädchen*arbeit" haben die BAG Mädchenpolitik, das KgKJH Sachsen-Anhalt e.V., die Hochschule Merseburg sowie weitere Kooperationspartner*innen Fachkräfte aus unterschiedlichen Arbeitsbereichen nach Magdeburg eingeladen. Neben dem Impulsreferat von Katja Krolzik-Matthei und Dr. Kerstin Schumann zu empirischen Schlaglichtern auf sexuelle Erfahrungen und Einstellungen von Mädchen* und den Erkenntnissen zur Online-Befragung "Pille", gab es Workshops zum Fachdialognetzwerk Leipzig, zu interkulturellen Aspekten der Sexualpädagogik in der Praxis, geschlechtlich-sexueller Identität, Pubertät und Verhütung, Selbstdarstellung in digitalen Welten sowie die Vorstellung der Kita-Box der BZgA und des aktuellen Medienkoffers "Geschlechtervielfalt in Einrichtungen der frühkindlichen Bildung, in Grundschulen und Horten". Den Abschluss bildete ein Dialogforum mit Judith Linde-Kleiner, Ann

Am Vorabend der Fachtagung wurde im Landtag Sachsen-Anhalt (Fraktionsflur Bündnis 90/Die Grünen) die Ausstellung "7.5 Billion Flowers" in Anwesenheit der Künstlerin Sarah Nieves eröffnet. Die Ausstellung ist noch bis zum 2.5.2018 im Landtag zu sehen und wandert anschließend durch einige Frauenzentren in unserem Bundesland.

[Irena Schunke, Bildungsreferentin für geschlechtergerechte Pädagogik und Mädchen*arbeit]
Nachricht vom 2018-04-13
Referentin für Geschlechtervielfalt im KgKJH

Seit April 2018 arbeitet im Team des KgKJH eine Referentin für Geschlechtervielfalt in Einrichtungen der frühkindlichen Bildung, in Grundschulen und Horten. Sie wird landesweit mit unserem Medienkoffer unterwegs sein und freut sich über Einladungen zu Teamsitzungen, Elternabenden und Fortbildungen. Hier stellt sich unsere neue Referentin vor: Guten Tag, mein Name ist Sarah Brune, ursprünglich stamme ich aus dem Ruhrgebiet – eher gesagt aus Dortmund – und bin den weiten Weg nach Magdeburg angetreten, um als Referentin für Geschlechtervielfalt in Einrichtungen der frühkindlichen Bildung, in Grundschulen und Horten beim Kompetenzzentrum geschlechtergerechte Kinder- und Jugendhilfe Sachsen-Anhalt e.V. zu arbeiten. An der TU Dortmund studierte ich Erziehungswissenschaften mit dem Schwerpunkt Soziale Arbeit und spezialisierte mich auf die Themenbereiche Gender, soziale Ungleichheit und feministische Theorie. Mein Praxissemester absolvierte ich in der Schulsozialpädagogik, die im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepakets Chancengleichheit bei Grundschulkindern herstellen soll. Seit meiner Jugend bewege ich mich in politischen Kontexten. Meine Interessen belaufen sich unter anderem auf die Umsetzung von Geschlechtergerechtigkeit sowie die Auseinandersetzung mit Antisemitismus innerhalb feministischer Bewegungen. Diese Anliegen konnte ich in unterschiedlichen Treffs/Cafés vortragen und im Plenum diskutieren. Die Soziale Arbeit empfinde ich als eine politische Profession, da sie sich immer im (sozial-)politischen Feld bewegt und versucht die Lebenschancen jedes Individuums zu verbessern. Die Veränderung der individuellen Situation kann durch eine aufklärende und bildende Pädagogik umgesetzt werden. Hier kommt nun meine Arbeit ins Spiel: Kinder lernen Verhalten und Ansichten – aber auch Ängste bzw. Vorurteile – oftmals durch Nachahmung des Vorgelebten. Infolgedessen können sich im frühen Kindesalter erste homo-/transphobe Strukturen und geschlechtliche Rollenzuschreibungen festigen, die das Zusammenleben in einer demokratischen Gesellschaft erschweren. Dem kann mit einer geschlechtersensiblen Pädagogik, die die Werte Offenheit, Akzeptanz und Vielfalt vermittelt, entgegengearbeitet werden, um Kindern einen angstfreien Raum zur Emanzipation bieten zu können. Durch die Aufklärung und Weiterbildung von Fachkräften zu den Themen Geschlechter-/Familienvielfalt und Rollenklischees möchte ich meinen Beitrag für eine offene Gesellschaft leisten. Daher freue ich mich auf Ihre Anfragen und Einladungen aus Kindertagesstätten, Grundschulen oder Horten, als Fachkräfte und/oder Eltern, um Ihnen die ausleihbaren Materialien vorzustellen. Sie können mich ab sofort unter der Emailadresse koffer@geschlechtergerechtejugendhilfe.de, telefonisch unter 0391.73 628 364 oder auf Twitter @medienkoffer_ erreichen. Viele herzliche Grüße Sarah Brune [Kerstin Schumann, Geschäftsführerin des KgKJH]
Nachricht vom 2018-04-09
Neues Projekt: Lernziel - Gesicht zeigen!

Unter diesem Titel steigt ein neues Projekt der Intitiative "Gesicht zeigen!" für ein Bildungsnetzwerk weltoffenes Deutschland. Gesicht Zeigen! hat ab sofort 14 bundesweit verteilte Trainer*innen, die Fortbildungen und Workshops für Multiplikator*innen, pädagogische Fachkräfte und Jugendliche durchführen! Weitere Informationen zu den Workshops und zum Kontakt sind hier zu finden.

[Irena Schunke, Bildungsreferentin für geschlechterbewusste Pädagogik und Mädchen*arbeit]
Nachricht vom 2018-04-08
Förderpreis "Bildung frei von Geschlechterklischees" ausgeschrieben

Die Stiftung Bildung hat für den diesjährigen Förderpreis "Verein(t) für gute Schule und Kitas" das Thema "Bildung frei von Geschlechterklischees" ausgewählt. In der Ausschreibung ist zu lesen: "Gewünscht werden Projekte, die Kindern und Jugendlichen eine kritische Auseinandersetzung mit Geschlechterklischees ermöglichen und zu einer Flexibilisierung von Männlichkeits- und Weiblichkeitsbildern beitragen." Bewerbungen von Kita – und Schulfördervereinen sind noch bis zum 30. April 2018 möglich. Drei Projekte werden öffentlich ausgezeichnet und können jeweils 5.000 Euro Preisgeld erhalten. Dieses kann von den Preisträger*innen frei eingesetzt werden. Hier geht es zu den Ausschreibungsunterlagen. [Kerstin Schumann, Geschäftsführerin des KgKJH]
Nachricht vom 2018-04-02
Online-Befragung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Sachsen-Anhalt

Zur fundierteren Erstellung des 7. Kinder- und Jugendberichtes des Landes Sachsen-Anhalt wird aktuell im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Soziales und Integration eine Onlinebefragung durchgeführt. Die Befragung richtet sich an alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 12 und 27 Jahren, die in Sachsen-Anhalt leben. Sie können den Fragebogen von jedem Endgerät aus (Smartphone, Tablet, Laptop, PC zuhause oder in der Schule) aufrufen und ausfüllen. Die Beantwortung der Fragen wird circa 20 Minuten in Anspruch nehmen. Eine durchdachte Filterführung sorgt dafür, dass die Jugendlichen nur Fragen gestellt bekommen, die für sie relevant sind. Der Fragebogen kann in den Sprachen deutsch, englisch oder arabisch ausgefüllt werden. Bis zum 20. Mai 2018 ist eine Teilnahme unter diesem Link möglich: www.ogy.de/KJB. Informationen sind telefonisch 040 302020-156 oder unter kjb@ramboll.com erhältlich. [Kerstin Schumann, Geschäftsführerin des KgKJH]
Nachricht vom 2018-03-26
Neugründung Jungenarbeitskreis Harz und angrenzende Regionen

Um den speziellen Bedürfnissen von Jungen und männlichen Jugendlichen in der Region gerechter zu werden, fand im März 2018 das erste Treffen eines neuen Jungenarbeitskreises in Quedlinburg statt. Über ein Dutzend interessierte Fachkräfte aus der Schulsozialarbeit, offenen Kinder- und Jugendarbeit, aus der Arbeit mit männlichen Jugendlichen mit Fluchterfahrung und aus der Jugendhilfeplanung trafen sich im offenen Kinder- und Jugendhaus „Haltestelle“, um über Bedarfe und pädagogische Handlungsmöglichkeiten zu sprechen. Besondere Beachtung erfuhren dabei die Rückmeldungen aus der praktischen Arbeit mit Kindern- und Jugendlichen, die aufzeigten, dass spezifische Angebote in Schule oder offener Kinder- und Jugendarbeit zu ca. zwei Dritteln von Jungen besucht werden. Dieser Umstand macht verständlich, dass es einen Jungenarbeitskreis in der Region braucht, der sich damit auseinandersetzt, wie man die Jungen in ihrer Entwicklung unterstützen kann. Dabei steht vor allem der Themenbereich Medienkompetenzen und der adäquate Umgang mit neuen Medien im Zentrum der Diskussionen. Für die Zukunft sind eine Zusammenarbeit der verschiedenen Fachkräfte und ein regelmäßiges Treffen alle 6-8 Wochen geplant.

[Mitja Rabitz, Bildungsreferent für geschlechterbewusste Pädagogik und Jungen*arbeit]
Nachricht vom 2018-03-21
Nein heißt Nein! Paradigmenwechsel im Sexualstrafrecht

Seit Ende 2016 existiert bundesweit ein neues Sexualstrafrecht, in dem eine erhebliche Verbesserung für den Schutz der sexuellen Selbstbestimmung festgeschrieben ist. Der Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe, Frauen gegen Gewalt e.V. (bff) hat eine Erläuterung der veränderten Paragrafen veröffentlicht. Diese ist hier zu finden. [Kerstin Schumann, Geschäftsführerin des KgKJH]
Nachricht vom 2018-02-27
Gelungener Projektstart "Leben ohne Geschlechterrucksack"

26 Studierende und 9 Fachkräfte aus Polen und Deutschland verbrachten die Februarferien 2018 gemeinsam in Magdeburg. Im Mittelpunkt standen der Austausch über den Umgang mit Genderthemen in beiden Ländern, Gespräche mit Erzieherinnen in einer Kita, mit Senior*innen, mit Wissenschaftler*innen und Menschen auf der Straße und das gemeinsame Entwickeln von Ideen, die es Senior*innen ermöglichen soll, geschlechtersensibler mit Kindern und Jugendlichen umzugehen und die Öffentlichkeit für die Chancen eines Lebens ohne Geschlechterrucksack sensibilisieren soll. Am Ende des Austausches stehen nun vielfältigste gleichstellungspolitische Impulse, ein neues Verständnis zu Genderfragen und vor allem der Start von zwei Genderprojekten, an denen über den Sommer hinweg in binationalen Kleingruppen gearbeitet wird. Im Oktober 2018 folgt ein Treffen in Polen, auf denen wir uns die Ergebnisse vorstellen, mit Senior*innen darüber diskutieren und die Resultate mit dem Feinschliff versehen. Organisiert wurde das Projekt in Kooperation der Vereine KLANZA und KgKJH. Die Finanzierung erfolgt im Rahmen des deutsch-polnischen Jugendpreis "Gemeinsam in Europa. Ein Ziel". Unser Projekt gehört zu den 20 Preisträgern und wird die Ergebnisse im Februar 2019 in Berlin präsentieren. [Kerstin Schumann, Geschäftsführerin des KgKJH]
Nachricht vom 2018-02-10


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